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Warum sich ein Innenarchitekt absolut fĂŒr dich lohnen kann!

Autorenbild: Nicole SchĂŒteNicole SchĂŒte

Aktualisiert: 26. Okt. 2021

WAAAAAS đŸ˜±, ich brauch doch keine Innenarchitekt! Ich bezahl doch nicht wen damit er mir sagt wo mein Sofa steht.



"Ich habe doch schon einen Architekten oder Planungsbeauftragten der Fertighausbaufirma fĂŒr unser Eigenheim, das reicht, wozu brauche ich da noch wen, der mir reinredet und Geld kostet?!"


Das Thema bauen ist heute so komplex wie nie,


was auch der Grund ist warum sich Expertisen immer weiter aufsplitten, weil nicht mehr eine Fachrichtung alles bedienen kann. Die Vorstellung vom Architekten, der bis ins letzte dekorative Detail alles durchplant, ist veraltet. Ich möchte euch heute mal ein paar DenkanstĂ¶ĂŸen mit auf den Weg geben, warum sich ein externer Planer auf dem Weg zum Traumhaus wirklich fĂŒr euch lohnen kann.


Ich kann mir vorstellen, dass viele von euch sich viele Gedanken machen wenn es um das Thema Eigenheim bauen geht đŸ€Ż. Irgendwie ist man total aufgeregt, man will sich selbst verwirklichen und einfach ein tolles Zuhause fĂŒr sich und seine Familie schaffen. Man möchte, dass die Kids mehr Platz zum spielen haben und vor allem möchte man nicht jeden Monat Geld in Form von Miete verbrennen, sondern einfach in sich selbst investieren.

Bestimmt guckt ihr schon stĂ€ndig auf Pinterest und sucht nach Inspirationen fĂŒr das Haus, was könnte wie aussehen, welches Interior gefĂ€llt euch und welche Farbe könnte die KĂŒche haben. Vielleicht habt ihr sogar ein Board auf dem ihr euch ganz viele Interior-Ideen abgespeichert habt, denn irgendwie macht das ja auch total Spass.


Als ich wusste, dass ich heiraten werde, hab ich auch sofort nach dem Hochzeitskleid gestöbert, obwohl wir noch nicht mal einen Termin oder eine feste Location hatten, geht es euch auch so?😅


Aber was genau muss man denn spĂ€ter fĂŒr Details beachten damit die KĂŒche so aussieht wie auf dem Pinterest-Post, wie bekommt man ein stimmiges Gesamtkonzept, was kann ich wie kombinieren und vor allem was kostet eigentlich Dieses oder Jenes
 Und
 Ahhh



Wo fange ich denn ĂŒberhaupt erstmal an?


Wenn der Traum greifbarer wird und man anfĂ€ngt sich mit GrundstĂŒcken, Preisen und Baufirmen zu beschĂ€ftigen, merkt man ganz schnell, dass das Thema "Hausbau" super komplex ist und einfach auch extrem zeitintensiv. Das dann alles noch neben Job, Kinder hĂŒten und Haushalt ist schon wirklich eine Mammutaufgabe, oder?

Viele Bilder die ihr auf Instagram, Pinterest und Co seht, beispielsweise von tollen Interiors und HĂ€usern, sind oft Teamergebnisse mehrerer Disziplinen, die ĂŒbergreifend und Hand in Hand arbeiten. Ich sehe immer sehr viele tolle Interior Inspirationen von amerikanischen Accounts oder auch aus den Niederlanden oder Osteuropa. Vor allem auf dem amerikanischen Markt sind die Interior Designer inzwischen absolut etabliert. Hierzulande wird noch ziemlich oft mit den Augen gerollt und es gibt kein richtiges Bewusstsein darĂŒber, was Innenarchitekten wirklich tun und das sowas fĂŒr die Realisierung des eigenen Traumhauses vielleicht wirklich viel bringen könnte. Das finde ich total schade, da ich glaube, dass sehr viele von euch da draußen von dieser Zusammenarbeit extrem profitieren könnten.


FĂŒr ganz viele von euch ist es schließlich am wichtigsten wie sich das Zuhause spĂ€ter anfĂŒhlt und wie es von innen aussieht und nicht welche Leitung wo liegt.


Viele Aufgaben die Architekten zugeschrieben werden, werden mittlerweile von Innenarchitekten gemacht, weil es heutzutage oft so ist, dass Architekten es gar nicht mehr schaffen alles bis ins letzte Detail durchzuplanen. Es sei denn, ihr beauftragt ein richtiges ArchitekturbĂŒro, mit allem Drum und Dran und dieses begleitet euch von der ersten Idee bis zum absolut fertigen Einfamilienhaus mit allen Details. Dann bekommt ihr natĂŒrlich die absolute individuelle Planung die perfekt auf euch zugeschnitten ist, das Problem dabei ist, es ist einfach richtig teuer oder? Vielleicht habt ihr euch auch schon mal Angebote machen lassen?


Zwischen einem Fertighaus oder Ausbauhaus und einem kompletten Architektenhaus mit allen Einzelheiten der Planung liegen preislich einfach Welten.


Das ist der Grund warum Bauen mit Fertighausanbietern die Individualisierungen zulassen, in Kombination mit einem externen Planer, wie einem Innenarchitekten, die perfekte Kombination fĂŒr euch ist, denn so bekommt ihr die Kostenoptimierung mit dem gestalterischen Wert und Anspruch in Einklang und habt dabei auch eine Sicherheit ĂŒber das Ergebnis.


Warum lohnt sich ein externer Planer konkret?


Ein externer Planer, wie ein Innenarchitekt, hat oft jahrelange Erfahrung und baut nicht, wie die meisten, von euch zum ersten Mal. Viel wichtiger ist aber, dass er von euch beauftragt wird und somit eure WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse in den Fokus stellt und diese spĂ€ter auch fĂŒr euch einfordert. Er tut also nicht was fĂŒr die Baufirma am besten ist, sondern was fĂŒr euch am besten ist. Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied. NatĂŒrlich haben viele Fertighausbaufirmen auch eigene Architekten, dennoch ist das trotzdem noch alles ein Business. NatĂŒrlich ist es auch eine Dienstleistung, aber man muss einfach ganz klar sagen, dass es total standardisierte Prozesse sind und jemanden an der Seite zu haben, der euch mit all euren Fragen, Sorgen und BedĂŒrfnissen begleitet und der darauf spezialisiert ist, individuelle Konzepte zu erarbeiten, der kann einfach das Maximum aus eurem Bauvorhaben heraus holen, egal ob Fertighaus, Ausbauhaus oder Bauen im Bestand.


Es soll euer Zuhause werden, ich glaube es gibt fast nichts heiligeres als das und immerhin gebt ihr dafĂŒr auch ziemlich viel Geld aus. Wollt ihr nicht am Ende sicher sein, dass es euer Wunschergebnis ist und wirklich absolut zu euch passt und die QualitĂ€t hat die ihr euch wĂŒnscht, ohne dabei alle Nerven zu lassen und fix und fertig zu sein?


Ich muss gestehen, ich kenne wirklich nur ganz wenige 
 Oder irgendwie auch gar keinen đŸ€” fĂŒr den Bauen ein Kinderspiel war und der es nicht als extrem stressig empfunden hat. Wir haben letztes Jahr selbst gebaut und ich muss echt sagen, selbst ich als Fachfrau hatte öfter mal mit den Nerven zu kĂ€mpfen.


Wenn es um das eigene Geld geht und um existenzielle Dinge, dann ist das eben einfach eine extreme Herzensangelegenheit, deshalb weiß ich total wie ihr euch fĂŒhlt.


Ein externer Planer lohnt sich weiterhin vor allem deshalb, weil er euch, auch wenn es Geld kostet, erhebliche Kosten ersparen kann, weil Angebote richtig geprĂŒft werden und es spĂ€ter keine unnötigen NachtrĂ€ge gibt und weil vieles von Anfang an gleich in der Planung mitberĂŒcksichtigt wird was spĂ€tere Mehrkosten minimieren kann, die durch Vergesslichkeit oder falsches Bauen entstehen können. Ausserdem werden Fehler schneller erkannt und der Planer kann direkt darauf reagieren, um Konsequenzen zu minimieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Bauen hat sehr viel damit zu tun ad hoc Lösungen fĂŒr unzĂ€hlige Details zu finden, vor allem konstruktiv... Habt ihr diese selbst dann immer sofort parat? ;-)



Neulich habe ich mich wieder mit einer Mama auf dem Spielplatz unterhalten die eigentlich schon vor vielen Monaten anfangen wollte mit Bauen.


Sie und ihr Mann haben einen Vertrag mit einer Fertighausbaufirma, aber irgendwie lĂ€uft einfach alles schief! Sie haben versucht alles selbst zu planen und dem Architekten, der fĂŒr die Fertighausbaufirma arbeitet, zu ĂŒbermitteln. Diese Planung hat sich ĂŒber acht Monate hingezogen und war fĂŒr sie selbst Stress pur und leider auch ĂŒberhaupt nicht zielfĂŒhrend. Irgendwie haben sie sich immer wieder im Kreis gedreht und ihnen hat einfach dieser Support und der fachliche Input gefehlt. Schlussendlich ist es jetzt leider so, dass baulich alles nicht funktioniert und da die Firma eine Preisbindung von 12 Monaten hat, die nun abgelaufen ist, ist es zu einer sehr hohen Nachzahlung gekommen, weil sich durch Corona die Baustoffkosten erhöht haben. Hinzu kommt, dass sie einiges schon gekauft hatten, weil sie sich auf die Planung verlassen hatten, was jetzt natĂŒrlich um so Ă€rgerlicher ist und einfach ein großer finanzieller Verlust. Sowas tut mir immer total leid, aber von diesen schlechten Erfahrungen hört man eben oft. NatĂŒrlich gibt es auch gute Beispiele, viele von euch sind bestimmt total zufrieden wie es mit der Hausbaufirma lĂ€uft, aber dennoch ist


der Wunsch nach IndividualitÀt und gestalterischem Wert einfach prÀsent


und viele machen den Innenausbau vielleicht aus diesem Grund sogar in Eigenregie oder mit selbst beauftragten Handwerksfirmen, da ist es dann umso wichtiger jemanden an seiner Seite zu haben, um Fehler zu vermeiden. Wer es gleich richtig macht, zahlt am Ende eben auch nicht doppelt.


Die guten alten Klischees 🙈


Vor allem wenn es um das Thema "Stressfrei Bauen" geht, wĂŒrde man nie an einen Innenarchitekten denken oder? Es herrschen wirklich viel zu viele Klischees ĂŒber diese Berufsgruppe was eigentlich total schade ist. Wobei man sich eben auch die Frage stellen muss ob diese bestimmte Berufsgruppe manchmal auch ein stĂŒckweit selbst daran schuld ist, denn natĂŒrlich ist nicht jeder Innenarchitekt empfehlenswert, dass ist mir bewusst. Ich sage euch, ich schlage manchmal auch die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen, wenn ich bestimmte Sachen sehe, aber ihr spĂŒrt ja sofort "Wer hat meinen Vibe", "Wessen Internetauftritt geht mit der Zeit" und "GefĂ€llt mir was die Person macht und was sie sagt".

Eins kann ich euch auf jeden Fall mit voller Überzeugung sagen: es ist nicht einfach nur vorgeben wo ein Sofa steht (nur dafĂŒr wĂŒrde ich nĂ€mlich auch niemanden bezahlen), sondern eine unheimlich komplexe Angelegenheit, viel Erfahrung und der absolute Blick fĂŒr das Große Ganze, mit allen gestalterischen und technisch notwenigen Details.


In einem Bauprozess gibt es unendlich viele Entscheidungen zu treffen, von denen ihr selbst vielleicht ganz oft nicht wisst was die richtige Entscheidung ist und was sie fĂŒr Konsequenzen hat.


Was kann ich denn aus einer Bestandsimmobilie ĂŒberhaupt heraus holen, wie lĂ€sst sie sich technisch umbauen damit sie zu meinen BedĂŒrfnissen und Vorstellungen passt?

Welche Entscheidungen sind wann zu treffen und was davon ist fĂŒr den Rohbau relevant und lĂ€sst sich spĂ€ter nicht mehr ergĂ€nzen, wenn der Bau zu weit fortgeschritten ist? Was darf was ĂŒberhaupt kosten, ist das Angebot von XY ein gutes Angebot und wann sind welche Dinge zu bestellen, damit sie rechtzeitig da sind und es keinen Bauverzug gibt? Wie koordiniere ich Gewerke und wer sollte eigentlich zuerst rein? Erst der Maler und dann der Fussbodenverleger? Erst der Fussboden und dann die TĂŒren oder doch anders herum?!


Ich glaube schon beim lesen wird euch immer mehr bewusst, dass das wirklich ein full-time Job sein kann und wenn dann die Gewerke auch noch Mist bauen ist die Stimmung einfach nur noch im Keller.

Da kann man sich vorab noch so schöne Bilder raus gesucht haben, wenn die Details nicht stimmen, dann stimmt auch das Gesamtbild nicht und leider ist es oft so, dass man sich nicht immer auf die Handwerksfirmen verlassen kann.


Wie heißt es so schön? "Gute Handwerker sind Mangelware" und da ist wirklich auch etwas dran.


Jede Handwerksfirma ist ja meist nur auf ihrem Gebiet ein Fachmann und nicht jeder denkt so mit, wie es oft wĂŒnschenswert wĂ€re. Das seht ihr auch an meinen Do and Don't BeitrĂ€gen auf Instagram.


Was unterscheidet Architekten und Innenarchitekten?

Architekten entwickeln zumeist ein Haus von außen nach innen, sie haben sehr viel mit den technischen Belangen zu tun und kĂŒmmern sich um den Bau selbst, um die Baugenehmigung, um lokale Vorgaben und Bauvorschriften, sie mĂŒssen schauen, dass das Haus funktioniert.


Funktionieren heißt im Falle der Fertighausbaufirma jedoch nicht, auch zwangslĂ€ufig gestalterischen Wert und Anspruch zu haben.


Die Arbeit von Architekten ist aber natĂŒrlich wirklich wichtig, denn sonst bekommt ihr keine Baugenehmigung und nichts funktioniert spĂ€ter, ABER auf lange Sicht habt ihr spĂ€ter trotzdem noch keine Ökobilanz an der Wand tapeziert oder seht den Dachaufbau oder die HeizschlĂ€uche im Estrich. Ihr merkt also, wenn die Fliesen falsch verlegt sind, zu wenig Stauraum da ist, LichtauslĂ€sse irgendwie falsch oder gar nicht geplant wurden oder einfach am Ende nicht so richtig ein Gesamtkonzept zu sehen ist und tĂ€gliche AblĂ€ufe nicht perfekt fĂŒr euch funktionieren. Ihr seht, wenn Dinge nicht zusammenpassen oder euch am Ende vielleicht gar nicht so richtig gefallen, denn da wurde einfach standardmĂ€ĂŸig was eingebaut was schon oft verbaut wurde und somit gar nicht mehr in Frage gestellt wird.


Mit dem Credo "Haben wir schon immer so gemacht", kann man aber heute keinen Blumentopf mehr gewinnen.


Das was fĂŒr alle anderen "gut" ist, muss ja nicht fĂŒr euch gut sein. Das Problem ist nur, dass ihr euch ausschließlich darauf verlassen könnt was gesagt wird, behaltet aber im Hinterkopf, dass Handwerksfirmen es sich auch immer gerne leicht machen wollen. Kenn ich, ist immer leichter. Viele Firmen sind ĂŒberlastet oder haben bereits genug AuftrĂ€ge, es besteht von daher keine Notwendigkeit mehr wirklich zu ĂŒberzeugen und total gut und kundenorientiert zu sein oder gar Mehrarbeit zu leisten was fĂŒr die QualitĂ€t ein großes Problem ist.

Ich als Innenarchitektin beispielsweise bin nicht konfliktscheu. Wenn etwas falsch gebaut wurde, gibt es da bei mir keine Diskussion, wenn die Planung es vorab richtig dargestellt hat, dann muss die Firma das neu machen, auch wenn das fĂŒr sie einen Mehraufwand bedeutet.


Es gibt z.B. gefĂŒhlt eine Million Serien von Lichtschaltern, aber solche Punkte werden oft total vernachlĂ€ssigt, weil man es nicht auf dem Schirm hat, und schwuppdiwupp ist der Standard irgendwie ganz schön altbacken oder das Weiß der Sockelleiste, die direkt an den TĂŒrrahmen stĂ¶ĂŸt, ist ein ganz anderes Weiß als das vom TĂŒrrahmen. Es gibt nĂ€mlich tatsĂ€chlich extrem viele Sorten von Weiß.


Zu diesem Thema habe ich einen komplett eigenen Artikel geschrieben, den ihr hier findet.


Ihr mögt dann denken: "Naja
. Finde ich jetzt nicht ganz so schlimm, stört mich jetzt nicht ganz so extrem", aber hey, ihr habt unfassbar viel Geld fĂŒr euer Haus bezahlt, sollte es dann nicht auch perfekt und richtig sein..? Und nicht ein "Ach, das stört mich jetzt nicht ganz so doll"?



Innenarchitekten im Gegenzug entwickeln ein Haus von innen nach außen und stellen die BedĂŒrfnisse und LebensablĂ€ufe der Bewohner in den Mittelpunkt. Hierbei geht es nicht nur um die optische Gestaltung, sondern vor allem auch die funktionelle Planung. Was wirkt spĂ€ter wie? Was muss ich tun und welche Details sind wichtig damit ich spĂ€ter dieses oder jenes Ergebnis erreiche?

NatĂŒrlich könnten dies mitunter Architekten auch, aber es fehlt ihnen in der RealitĂ€t einfach die Zeit dafĂŒr, weshalb


Grundrisse oft eher standardisiert und generell geplant werden und viele Details, die spĂ€ter fĂŒr das every day life wichtig sind gar keine BerĂŒcksichtigung finden.


Man findet dann zwar ein WC, eine Dusche, eine Wanne und ein Waschbecken als grafische Symbole im Bad, aber was genau ist das spĂ€ter fĂŒr eine Wanne, wie sind denn spĂ€ter genau die Fliesen und muss die Wanne noch ein StĂŒck nach links oder rechts damit das Fliesenraster aufgeht? Will ich spĂ€ter hĂ€ssliche VorwĂ€nde sehen und diese klassischen halbhohen WĂ€nde im Bad oder möchte ich es gestalterisch etwas anspruchsvoller und individueller haben?


Was fĂŒr ein Esstisch steht denn am Ende wirklich dort im Raum und wie gucke ich eigentlich gerne Fernsehen?


Mache ich mir dafĂŒr wirklich das Deckenlicht an oder brauche ich irgendwo gezielt eine Steckdose, weil meine Stehleuchte spĂ€ter dort oder dort stehen wird? All das geht unheimlich in die Tiefe, dort steckt wahnsinnig viel Arbeit und Planung drin, die Architekten oder Planungsbeauftragte von Baufirmen in dem Maße gar nicht leisten (können), weil sie sich mit dem Statiker abstimmen oder die Haustechnik planen mĂŒssen, die Baugenehmigung fertig machen mĂŒssen, Bauvorschriften der jeweiligen zustĂ€ndigen BauĂ€mter studieren, die baulichen Gegebenheiten untersuchen, Lösungen fĂŒr EntwĂ€sserungen und Leitungen finden mĂŒssen und so vieles mehr was spĂ€ter keiner mehr sieht, dass aber trotzdem funktionieren muss.


Eine Freundin die ebenfalls gerade baut, sagte mir neulich als wir ĂŒber das Thema Licht sprachen, dass sie, wenn es soweit ist, mit dem Elektriker durch das Haus gehen und ihm sagen wo sie was brauchen. Irgendwie war ich da entsetzt und es hat mich total an unsere "Planung" damals erinnert.


Als ich damals nach den ElektroplĂ€nen fĂŒr unser Haus gefragt habe, bekam ich eine handschriftliche Bleistiftskizze mit ein paar Kreuzen darin.


Sollen solche Themen wie Elektronik von euch als Bauherren angegeben werden? Ich meine klar soll das zu euren BedĂŒrfnissen und WĂŒnschen passen, das ist super wichtig, aber habt ihr schon mal einen Elektroplan gemacht und wisst was im Einzelnen wichtig ist und was sich bedingt bzw. was vor allem auch in Zusammenhang steht. Wenn ihr damit noch nie etwas zu tun hattet, sollte das dann nicht ein Fachmann machen? In dem Beispiel meiner Freundin habe ich gemerkt, dass die Planung der Baufirma hier anscheinend stoppt und einfach dem Kunden ĂŒberlassen wird.


Nehmt es mir nicht ĂŒbel wenn ich das mal so ganz knallhart sage und versteht mich bitte nicht falsch, denn das ist keine Kritik an euch, aber man wĂŒrde ja auch keinen LKW-Fahrer fragen ob er jemandem am Herzen operiert oder?


So ziemlich alles im Bauprozess ist heute sehr komplex, von allem gibt es einfach so eine FĂŒlle an Dingen, das kann einen komplett ĂŒberfordern. Hinzu kommt, dass man sich vielleicht selbst auch Möglichkeiten und Ideen nimmt, denn ein Fachplaner, wie ein Innenarchitekt, hat aufgrund seiner Erfahrung auch viel mehr Möglichkeiten.


Selber machen spart Geld


Einige von euch bauen ihre HĂ€user vielleicht in Eigenregie, wer sich das zutraut, vor dem ziehe ich den Hut, aber viele von euch machen das um eben Geld zu sparen und vielleicht auch, weil das Vertrauen in einen Planer fehlt. NatĂŒrlich möchte jeder gerne Geld sparen, aber wir reden hier eben auch nicht ĂŒber ein T-Shirt von H&M fĂŒr 14,99€ vs. eines von Boss fĂŒr 89€, sondern von eurem Eigenheim. Das soll lange halten, möglichst keine Baufehler haben, ihr sollt euch dort wohl fĂŒhlen, es soll richtig gebaut sein und möglichst auch mit einer gewissen QualitĂ€t. Ihr sollt euch nicht am Ende scheiden lassen, weil ihr euch ĂŒber Monate hinweg nur streitet, weil der Bau euer ganzes Leben bestimmt und euch permanent stresst... Ich will es mal ĂŒbertrieben zeichnen, aber solche FĂ€lle gibt es ;-) und ein Bau in Eigenregie kann sich wirklich unheimlich in die LĂ€nge ziehen.


Irgendwie denke ich dabei gerade an meinen Vater... Mein Vater hat 1990 angefangen zu bauen, das Haus steht auch, aber fertig ist es irgendwie nie- sorry Papa 😉...


.... bei Freunden von uns ist es ĂŒbrigens ganz Ă€hnlich 😂😆🙈



Hinzu kommt ĂŒbrigens auch, dass Zeit absolut Geld ist, wenn ihr viel in Eigenregie macht, dann dauert das einfach auch seine Zeit. WĂ€hrenddessen lĂ€uft aber eure Miete vielleicht weiter, obwohl der Kredit fĂŒr das Haus schon angelaufen ist und dabei geht es nicht nur um die tatsĂ€chlichen handwerklichen Aufgaben eurerseits, sondern auch darum wie lange Material braucht, Bestellzeiten, darum keinen Leerlauf zu haben und Gewerke so zu koordinieren, dass nicht plötzlich wochenlang nichts weiter geht. Auch Angebote von Fachfirmen einzuholen kann super viel Zeit in Anspruch nehmen, vor allem wenn man neben dem Hausbau noch einen Vollzeitjob hat, unterschĂ€tzt also nicht, welchen seelischen Wert so eine UnterstĂŒtzung auch haben kann.


Ja, es kostet Geld, aber das ist auch verdammt gut angelegt.



 
 
 

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